Shameless

Ja ich sehe mir gerne Serien an, aber das mich eine mal so sehr in den Bann ziehen würde wie diese ist mir noch nie passiert. Genauso wenig hätte ich je gedacht das ich mal einen Blogbeitrag über eine Fernsehserie verfassen würde, aber wenn ihr euch die erste Staffel innerhalb von 3 Tagen anseht, ja dann wisst ihr das ihr entweder eine sehr intensive Beziehung mit eurem Fernseher führt oder das ihr eure neue Lieblingsserie entdeckt habt. In diesem Fall ist es das Zweitere 😉

Die US-amerikanische Fernsehserie Shameless beruht auf der gleichnamigen britischen Dramaserie und wurde erstmals im Januar 2012 im deutschen Sprachraum unter „Shameless – nicht ganz nüchtern“ ausgestrahlt und ich frage mich ernsthaft warum ich zuvor noch nie was davon gehört habe. Das ich überhaupt Shameless letzten Sonntag über Sky on Demand eingeschaltet habe war nämlich auch echt purer Zufall oder nennen wir es einfach Schicksal 😉

Aber warum geht es in dieser Fernsehserie und warum fesselt sie einen so? Beginnen wir dafür am besten von vorne:

Darf ich vorstellen? Frank Gallagher – Vater des Jahres:
Es gibt wohl kaum etwas was Frank so sehr liebt wie Alkohol, seine monatlichen Schecks von der Sozialhilfe, seine Stammkneipe, Kippen und irgendwann dann kommen eventuell seine sechs Kinder. Er gehört wohl zu egoistischsten, verlogensten und geldgierigsten TV-Charakteren die ich je gesehen habe und trotzdem hat man ihn auf eine sehr verquere Art und Weise irgendwie gern.

Die Kinder:

Da hätten wir einerseits Fiona, Franks älteste Tochter und der moralische Gegenpol zu Arschlochvater Frank, sie hat keinen Schulabschluss und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, zudem hält sie die gesamte Familie zusammen, kümmert sich selbstlos um die Erziehung der Kleinen und um die Rechnungen. Unterstützung erhält sie dabei von ihrer Freundin und Nachbarin Veronica.

Phillip Ronan Gallagher, genannt Lip, trinkt Alkohol und nimmt weiche Drogen, gleichzeitig Musterschüler, hochintelligent und nützt sein Wissen um Geld für die Familie hinzuzuverdienen (unter anderem legt er für andere Schüler Universitätsaufnahmetestes ab), er ist zynisch veranlagt und hat eine leicht selbstzerstörerische Art durch die er oftmals zwischen die Fronten gerät, dabei ist es ihm egal ob er dafür Prügel einsteckt oder nicht. Lip hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, vor allem seinen Geschwistern gegenüber, am nahsten steht ihm dabei jedoch Ian.

Ian, der zweitälteste Sohn, homosexuell, arbeitet nach der Schule in einem Kiosk um Geld hinzuzuverdienen, gleichzeitig hat er eine Affäre mit dem verheirateten Kioskbesitzer und träumt davon zum Militär zu gehen.

Dann gibt es da noch Debbie, den sadistisch veranlagten Carl und den zweijährigen Liam. Von der Mutter die mit der schwarzen Lesbe Bob durchgebrannt ist möchte ich gar nicht erst anfangen.

Jeder einzelne Darsteller hat sein Päckchen zu tragen und auch wenn in der Pilotfolge auf den ersten Blick einfach nur grosses Chaos vorherrscht wird man recht schnell in diese doch sehr familiäre Atmosphäre eingebunden und fühlt innerhalb kürzester Zeit mit den Protagonisten mit.

Trotz allen Schwierigkeiten hält die Familie nämlich immer zusammen und ist dabei oftmals auch ganz schön skrupellos kreativ:

  • Ein Kind braucht ein neues Fahrrad? Nichts leichter als das, man nehme eine Dose, schiesst ein vorbeiradelndes Kind runter und schon ist das Problem aus der Welt geräumt.
  • Bittet ein liegen gebliebener LKW-Fahrer um Hilfe (er möchte telefonieren) wird ihm prompt eine Adresse weiter weg genannt nur um kurzerhand die ganze Familie zu mobilisieren um den Truck leer zu räumen, schliesslich gilt es ein paar Mäuler zu stopfen
  • Droht Frank der Geldhahn zugedreht zu werden da er Schecks für die längst verstorbene Tante Ginger kassiert wird schnell mal eben eine demente Frau aus dem Altersheim ausgeborgt um nachweisen zu können das Tante Ginger sich nach wie vor am Leben erfreut.

Ich glaub es gibt bestimmt viele die dieser Serie nichts Witziges abgewinnen können. Es fallen Worte und Ausdrücke die man in den meisten Filmen als beleidigend oder auch als diskriminierend bezeichnen würde, hier aber sind sie völlig in den Kontext eingebettet und man ertappt sich selber wie man einfach nicht anders kann ausser zu lachen. Vor allem in Szenen in denen Frank mal wieder irgendwo betrunken in der Wohnung rumliegt wird er einfach in einen anderen Raum gezogen oder man steigt über ihn hinweg als wäre er nicht da. Man schüttelt ihn wenn Kleingeld benötigt wird und ja manchmal bekommt er von Debbie ein Kopfkissen damit er weicher liegt.
Ebenso stellt Nacktheit in dieser Serie kein Tabuthema da und die sexuelle vorherrschende Freizügigkeit fällt nach ein paar Folgen gar nicht mehr auf sondern rundet die Serie sogar noch ab.

Für mich steht die Serie für geniale Charaktere, exzellentem Humor und sehr witzigen Situationen und sie schafft den Spagat zwischen glaubwürdiger Story und Humor ohne sich über die einzelnen Personen lustig zu machen.

Anbei noch der Trailer für Staffel 1 🙂

 Pictures Quelle/Source: Shameless

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s